fight fortress europe

Folgender Text war ein Redebeitrag zu einer Demo in M´gladbach gegen die Festung Europa und stammt aus meiner „guten alten Zeit“.

Das Boot ist voll! Und meiner Meinung nach viel zu voll! So voll, das niemand sicher sein kann, ob alle wieder heil heraus kommen! Keine Sorge, ich rede hier nicht vom Bott Europa, welches ganz gewiss keines ist! Ich rede hier von einem der Boote, die tagtäglich versuchen die Mittelmeer- und Atlantikküsten der Europäischen Union zu erreichen!
Die Fahrt übers offene Meer endet nicht selten in einer Tragödie. Die Boote sind kaum größer als gewöhnliche Fischkutter,wenn überhaupt, und immer vollgestopft bis zum letzten Platz! 400 Flüchtlinge auf einem 25 Meter großen Kutter sind keine seltenheit! Lebensmittel und Wasser ausreichend für alle: Fehlanzeige! Wen wundert es da noch, dass es bei jeder überfahrt Tote gibt. Noch schlimmer, wenn die Kutter auf offener See kentern. Werden die Flüchtlinge nicht früh genug aus dem Wasser gezogen, bleibt den meisten nur noch ein nasses Grab. Das skandalöse Verhalten der EU-Behörden reichte sogar soweit, dass die Mannschaft eines spanischen Fischkutters, welche die Flüchtlinge rettete, wegen Schlepperei angeklagt wurde!
Erreicht ein Boot unter diesen schwierigen Umständen dann doch europäische Küsten, ist es voll mit halb verhungerten und verdursteten Menschen. Die Fernsehbilder von Flüchtlingen, die in diesem Zustand an einem Urlauberdtrand auf den Kanaren landeten, dürften den meisten von uns noch im Gedächtnis haften!
Kurz nach ihrer Ankunft am Strand und meist medizinischer Betreuung werden die Flüchtlinge dann auch schon in sogenannte Flüchtlingslager gebracht. Als Beispiel für diese und die oft skandalösen Zustände kann ein Flüchtlingslager in Malta benannt werden. Als dort Mitte 2006 400 Flüchtlinge an der Küste landeten, wurden sie von den Maltesichen Behörden in ein Lager gesteckt das eigentlich nur Platz für 200 Menschen bietet. Weiterhin zu erwähnen sei, dass in dem Lager bereits 200 Menschen lebten!
Landen die Flüchtlingen nicht in einem der Lager, werden sie oft direkt wieder abgeschoben, oder leben zumindestens in ständiger Angst davor, wen sie es überhaupt schaffen den Lagern zu entkommen.
Sind es an den EU Außengrenzen die sichtbaren Hindernisse für Flüchtlinge so sind es im inneren der EU Repressalien wie Meldepflicht oder ein Arbeitsverbot!

Ganz bewusst werden Flüchtlinge in Deutschland in Asylantenheime gesteckt und so an den Rand der Gesellschaft gedrängt! Oder warum heißen im „Volksmund“ solche Behausungen auch schnell Assilantenheime? Ganz bewusst wird vermieden, das sich ein Integrationsprozeß oder gar gesellschaftliche Partizipation entwickelt. Ohne Geld, Rechte und soziale Bindungen, deklariert als Illegaler und Ausländer in einer Gesellschaft, leben sie fortan in ständiger Angst, abgeschoben zu werden.

Die Motive für die Flucht nach Europa sind oft das, was man wie man so schön sagt, als Lebensgrundlage bezeichnet. Folter Hunger Krieg und Vertreibung berauben den Menschen oft jeglichen existentiellen Lebensgrundlagen. Ganze Dörfer in Afrika überleben heute nur noch, weil die jungen Männer nach Europa gehen und das dort verdiente Geld ihren Familen schicken! Und trotzalledem ist Europa nicht gewillt die Flüchtlinge aufzunehmen! Was auch garnicht möglich wäre, den Nationalstaaten sollen nunmal die Interessen „ihrer“ Bevölkerung wahren. Und wie wir alle wissen, ist das Boot ja nun wirklich voll genug für viele unserer Mitmenschen! Kein Wunder das sich die EU nach ausen hin immer weiter abschottet, das Spanische Eiland in Nordafrika z.b. mit zwei 6 Meter hohen Stacheldraht Zäunen!
Menschen werden dort erschossen, weil sog. BürgerInnen der 1sten Welt meinen, das Recht zu haben, dadrüber entscheiden zu können wer nach wohin kommen darf und wer nicht! Ich bin jedoch der Meinung, das niemand auf dieser Welt, egal in welcher Stellung er/sie ist, das Recht hat, anderen Menschen Vorschriften machen zu können. Besonders dann nicht, wenn es um das Recht auf globale Bewegungsfreiheit geht.
Deshalb:
no border – no nation

fight fortress europe

Gleiche Rechte für alle